Bamberger Ethikrat

Ärztliches Handeln beruht auf zwei Fundamenten: einerseits auf naturwissenschaftlicher Erkenntnis und technischem Können, andererseits auf Humanität, Ethik und Philosophie. Im gegenwärtigen ärztlichem Alltag, der in Klinik und Praxis von Bürokratie, Kostendruck und Arbeitsverdichtung geprägt ist, entsteht jedoch oft der Eindruck die frühere „Heilkunst“ habe sich zu einer technikorientierten Fließbandmedizin gewandelt. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die vertrauensvolle, persönliche Arzt-Patienten-Beziehung, sondern der kosten- und gewinnorientierte „Fall“ Diese Fehlentwicklung wird in der Gesellschaft erkannt und es gibt viele Ansätze dem entgegen zu wirken. So bietet die Julius – Maximilian- Universität Würzburg seit dem Sommersemester 2010 Ärzten und Medizinstudenten ein „Philosophicum“ an, das den Teilnehmern die Möglichkeit bietet neben der hochtechnisierten Medizin auch die Philosophie kennen zu lernen. Entsprechend der Auffassung des berühmten deutschen Philosophen und Arztes Karl Jaspers, der die Praxis des Arztes als konkrete Philosophie bezeichnet hat.

 

Ein Teilgebiet der Philosophie ist die Ethik. Fragen wie etwa: „Tun wir zu viel am Ende des Lebens?“, „Ist eine spezielle Behandlung noch mit der Würde des Menschen vereinbar?“ bewegen Ärzte, Patienten und Ange-hörige schon lange. Im Bereich der universitären Forschung arbeiten Ethikkommissionen mit solchen Fragestellungen, in den meisten Kliniken und größeren Pflegeeinrichtungen bestehen für diese Problem-felder Ethikkomitees.

 

Für niedergelassene Ärzte, die Gruppe, die den umfassensten und intensivsten Patientenkontakt erlebt, gibt es solche Einrichtungen nicht. Es existiert auch keine Plattform auf der sich die Betroffenen aus-tauschen können, wenn es im Spannungsfeld von Hausarzt, Patient, Klinik, Angehörigen, Pflegeeinrichtungen und Anderen zu vermeintlichen Problemen oder Missverständnissen kommt.

 

Diese Lücke will der Ethikrat Bamberg schließen, der am 17. Februar im Würzburger Lehrgangswerk in Bamberg gegründet wurde. Der Institution gehören als Mitglieder der Ärztliche Kreisverband Bamberg, die Rechtsanwaltskammer Bamberg und die Medizinethik der Universität Würzburg an. Das Gremium ist für die Region der Stadt und des Landkreises Bamberg zuständig. Es sieht sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Ethikkommissionen,, sondern will deren Bemühungen ergänzen. Hierzu bietet der Ethikrat:

 

Beratungen: Für Patienten, Angehörige, Ärzte und Pflegeberufe bei akuten Problemen im Spannungsfeld von Medizin, Pflege, Erkranktem und Familie.

Mediation: Als Plattform zum Austausch unterschiedlicher Meinungen und besserem gegenseitigen Verstehen bei Konflikten zwischen den Betroffenen.

 

Ethische Fallbesprechungen: Ein Gesprächskreis, in dem zurück-liegende Ereignisse und Verläufe besprochen werden, um in Zukunft Probleme oder Konflikte besser lösen zu können.

 

Fortbildung: Zum Thema medizinische Ethik. Auch hier sieht sich der Ethikrat nicht in Konkurrenz zur guten Arbeit, die bereits von anderen Organisationen – wie etwa dem Hospizverein -. geleistet wird, sondern als Ergänzung. Zielgruppen der Fortbildungen sind naturgemäß der Trägerschaft des Rates primär Ärzte und Rechtsanwälte.

 

Nicht zuständig ist das Gremium für Beratungen zum Abfassen einer Patientenverfügung Sie sollten hierfür zwar die Dokumente benutzen, die Sie auf dieser Seite herunterladen können, da diese den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entsprechen; beim Ausfüllen sollten Sie aber den Rat und die Hilfe des Arztes Ihres Vertrauens in Anspruch nehmen!

 

Erläuterungen zur Patientenverfügung

Klicken Sie hier, um die oben beschriebenen "Erläuterungen zur Patientenverfügung" als PDF-Datei [31 kB] herunterzuladen

Formulare zur Patientenverfügung

Klicken Sie hier, um die vorbereiteten Formulare "Patientenverfügung", "Erklärung zur Organspende" und "Vorsorgevollmacht" als Word-Datei [103 kB] herunterzuladen

 

Im Bild von links nach rechts: Priv. Doz. Dr. med. Thomas Bohrer (Leiter der Sektion Thoraxchirurgie der Sozialstiftung Bamberg), Prof. Dr. med. Michael Schmidt (Chefarzt der Pneumologie der Universitätsklinik Würzburg) und Dr. med. Georg Knoblach (Vorstandsvorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Bamberg).

 

Über die eMail-Adresse infoethikrat-bamberg.de können Sie uns erreichen.

 

Dokumente

Tod und Sterben – Philosophiegeschichtliche Aspekte und die Situation im Krankenhaus heute

Klicken Sie hier, um das Skript des Vortrags "Tod und Sterben – Philosophiegeschichtliche Aspekte und die Situation im Krankenhaus heute" von Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Bohrer, Magister Artium anlässlich der Gründung des Oberfränkischen Ethikrates als PDF-Datei [36 kB] herunterzuladen

Anmelden

Noch kein Mitglied? Registrieren Sie sich hier ...

Partnerseiten, verwandte Netzwerke & verbundene Projekte

Gesundheitsregionplus Bamberg   |   Ärztlicher Kreisverband Bamberg   |   Netzwerk "Krise nach der Geburt"   |   Präventionsprojekt "HALT"   |   Pflegenetz Bamberg