MiMi als bestes europäisches Gesundheitsprojekt ausgezeichnet

Pressemitteilung | 26.10.2015Das Projekt "Gesundheit mit Migranten für Migranten in Europa (MiMi)" des Ethno-Medizinischen Zentrums e.V. wurde beim European Health Forum Gastein (EHFG) mit dem renommierten europäischen Gesundheitspreis "European Health Award" ausgezeichnet. MiMi informiert mit Hilfe von mehrsprachigen Gesundheitslotsen Migranten über das Gesundheitswesen und fördert gesunde Lebensweisen, Integration und Teilhabe. Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation ist MiMi´s interkultureller Ansatz von besonderer Bedeutung.

Anlässlich des European Health Forums Gastein (Österreich) übergab am 2. Oktober 2015 eine Jury, bestehend aus hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Europäischen Kommission, dem Österreichischen Bundesministerium für Gesundheit, der Wissenschaft und der Gesundheitswirtschaft, Ramazan Salman, dem Erfinder des MiMi-Projekts, den mit 10.000,- EURO dotierten Europäischen Gesundheitspreis. Prof. Dr. Helmut Brand, Präsident des Internationalen Forum Gastein (IFG): „Mit dem Preis werden Vorhaben gefördert, die sich mit der Entwicklung von nachhaltigen und innovativen Konzepten beschäftigen und sich aktuellen Herausforderungen wie Ungleichheiten des Gesundheitsstatus, Zugang zu Gesundheit- und Vorsorge-leistungen oder Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten erfolgreich annehmen.“

Die Jury zeigte sich beeindruckt von den bisherigen Initiativen des Projekts: mehr als 90.000 Personen mit Migrationshintergrund wurden bereits in Deutschland und Österreich angesprochen, über 500.000 Gesundheitsbroschüren verbreitet, mehr als 2.000 mehrsprachige Gesundheitslotsen geschult und über 8.000 Gesundheitsveranstaltungen durchgeführt. Damit trägt nach Überzeugung der Jury das Ethno-Medizinische Zentrum aus Hannover mit seinen Partnern an 61 Standorten, grenzüberschreitend zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und des Gesundheitswesens in Europa bei. Internationaler Partner des MiMi-Projekts ist die Volkshilfe Wien, die in mehreren Bundesländern in Österreich mit MiMi aktiv ist.

Ramazan Salman, der Geschäftsführer des Zentrums: „Die MiMi-Lotsen sind bürgerschaftlich engagierte Migranten, die einen Beitrag zu Integration und Chancengleichheit im Gesundheitswesen leisten. Sie helfen auch dabei, die Herausforderungen der Flüchtlingskrise in Europa zu bewältigen. Sie gehen verstärkt in Flüchtlingsunterkünfte, führen dort Veranstaltungen durch und unterstützen Flüchtlinge mit Rat und Tat sowie durch Übersetzung in der medizinischen Erstversorgung.“

Dabei erhält das Ethno-Medizinische Zentrum Unterstützung von Partnern aus vielen Bereichen des Gesundheitssystems, z.B. den Landesregierungen in Niedersachsen, Bayern, Schleswig-Holstein, Hessen, Hamburg und dem Österreichischen Ministerium für Europa, Integration und Äußeres, dem Deutschen Gesundheitsministerium, der Europäischen Union sowie von Unternehmen der Gesundheitswirtschaft und der Rentenversicherung, von Krankenkassen und Stiftungen. Zu den Mitwirkenden gehören auch Gesundheitsämter, Integrationsdienste, Wohlfahrtsverbände, Universitäten und Migrantenorganisationen.

Der Erfolg von MiMi gründet auf seinem besonderen Konzept: zum einen bildet das Ethno-Medizinische Zentrum interkulturelle Gesundheitslotsen an 61 verschiedenen europäischen Standorten, u.a. in Deutschland und Österreich aus. Sie führen Gesundheitskampagnen in den Migrantengemeinschaften in den jeweiligen Muttersprachen durch. Zum anderen bietet das Zentrum zu verschiedenen Themen umfangreiche Informationsbroschüren, Schulungen, Gesundheitsberatung und Gesundheitsdolmetscher in verschiedenen Sprachen, z.B. Arabisch, Türkisch oder Russisch, an. Im Vordergrund stehen zurzeit vor allem Informationen zu länderspezifischen Gesundheitssystemen, Diabetes, Impfen und Müttergesundheit.

Bildquelle: Ethno-Medizinischen Zentrums e.V.
Von links:
1) Ingo Raimon (Präsident Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie (FOPI)
2) Ramazan Salman (Ethno-Medizinisches Zentrum e.V., Ethno-Medical Center)
3) Prof. Dr. Helmut Brand (Präsident European Health Forum Gastein (EHFG)
4) Peter Brosch (Abteilungsleiter Bundesministerium für Gesundheit Österreich

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