Einführungsveranstaltung ‚elektronische Fallakte Bamberg‘

Pressemitteilung | 19.10.2015Am 19. Oktober 2015 war es soweit: die „elektronische Fallakte Bamberg“ (eFA Bamberg) wurde im Beisein von Gesundheitsministerin Melanie Huml offiziell in Betrieb genommen. Endlich ist es möglich, unter Gewährleistung des Datenschutzes, fallbezogen Patientendateien elektronisch zwischen Praxis und Klinik auszutauschen.

Stellen Sie sich vor, Ihrem Hausarzt fällt bei einer Routineuntersuchung ein unklarer Befund auf. Er überweist Sie in die Klinik, um eine CT-Untersuchung zur Klärung anfertigen zu lassen. Zurück beim Hausarzt muss dieser feststellen, dass er die Bilddaten auf der mitgebrachten CD nicht einlesen kann. Durch das sich anschließende Hin und Her zwischen Hausarzt und Klinik geht viel wertvolle Zeit verloren, bis schließlich mit der Therapie begonnen werden kann.

In Zeiten zunehmender Spezialisierung der ärztlichen Fachrichtungen und immer komplexer werdender Diagnostik- und Therapieprozesse ist eine enge Zusammenarbeit aller behandelnden Ärzte wichtiger denn je. Leider gestaltete sich der Austausch an den „Schnittstellen“ zwischen Haus- und Facharzt oder zwischen niedergelassenen Kollegen und den Kliniken bislang oft umständlich, was z.B. für den Patienten die Wiederholung einer bereits durchgeführten Untersuchung zur Folge haben konnte.

Nach langer Entwicklungsarbeit und einer intensiven Testphase geht nun in Bamberg erstmals die „elektronische Fallakte Bamberg“ – kurz „eFA“ in Betrieb. Zur Einführungsveranstaltung in der Praxis für Gefäßmedizin / Phlebologie im Medizinischen Versorgungszentrum der Gemeinnützigen Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg kam neben Oberbürgermeister Andreas Starke und Bambergs stellvertretender Landrat Johann Pfister auch die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml und berichtete von der künftigen Bedeutung von Telemedizin in der medizinischen Versorgung.

Als Projekt der Gesundheitsregion Bamberg und in enger Kooperation mit dem ärztlichen Kreisverband Bamberg ist es nun möglich unter Gewährleistung des Datenschutzes, fallbezogen Patientendateien elektronisch zwischen Praxis und Klinik auszutauschen.

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber dem bisher zwischen Behandlern versendeten FAX ist, dass jetzt problemlos auch hochaufgelöste Bilddaten wie z.B. einer CT-Untersuchung übermittelt werden können.

Breite Unterstützung

Mit Blick auf die Sicherstellung einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung in der Region wird das Pilotprojekt eFA durch Stadt und Landkreis Bamberg gemeinsam unterstützt. Als Projektpartner konnten die international renomierten Firmen Cerner (Basis-System der eFA) und medatixx (Schnittstellen-Programmierung zur bestehenden Praxis-Software) gewonnen werden.

Da es sich bei der elektronischen Fallakte Bamberg in der jetzigen Form nach Einschätzung der Bayerischen TelemedAllianz um eine zukunftsfähige, innovative Lösung handelt, konnte die Oberfrankenstiftung für eine Förderung des Modellprojekts gewonnen werden. Der Löwenanteil der Kosten von über 350.000 Euro wird jedoch von den Projektpartnern Gesundheitsregion Bamberg, Cerner, medatixx sowie der Sozialstiftung Bamberg selbst getragen. Nur durch dieses Engagement und der Bereitschaft des ärztlichen Kreisverbandes, die Datenschutzverantwortung zu übernehmen, konnte dieses Innovationsprojekt letztendlich auf den Weg gebracht werden.

Bildquelle: Stadt Bamberg - WiFö

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