Tagsüber in der Klinik und nachts zu Hause

Pressemitteilung | 30.05.2013

Fallbeispiel:

Herr K.. ist 84 Jahre und kam bisher zuhause alleine zurecht. Die Tochter hat sie im Haushalt unterstützt.

Seit einigen Wochen fühlt er sich nicht mehr gut. Die Rückenschmerzen haben zugenommen. Der Tochter fällt auf, dass der Vater vergesslicher geworden ist. Er scheint sich auch nicht mehr für seine Garten zu interessieren, den er bisher immer liebevoll gepflegt hat. Der Hausarzt findet neuerdings dicke Beine als Zeichen für Herzschwäche. Es ist nicht klar, ob Herr K. mit den Medikamenten zurecht kommt. Als er dann auch noch einmal stürzt, zum Glück ohne Folgen, muss etwas geschehen. Seine Ehefrau macht sich große Sorgen.

Herr K. möchte aber auf keinen Fall in ein Pflegeheim und hat auch große Angst vor dem Krankenhaus. Der Hausarzt nimmt mit dem Zentrum für Altersmedizin Kontakt auf. Herr K. . wird in die Tagesklinik eingewiesen. Dort werden die Medikamente optimiert, Herr K.. wird durch Physiotherapie wieder mobiler und eine Schilddrüsenüberfunktionsstörung wird behandelt. Nach 3 Wochen ist Herr K. wieder ganz wie früher und kommt auch zuhause zusammen mit der Ehefrau wieder gut zurecht. Allerdings bekommen nun beide Hilfe durch den ambulanten Pflegedienst bei der Medikation und beim Duschen.

Ein typischer Fall in der Hausarztpraxis. Führte früher an einer akutstationären Einweisung kein Weg vorbei, gibt es jetzt eine Alternative in der Geriatrischen Tagesklinik. Sie wurde von der Sozialstiftung Bamberg im Oktober 2012 im Klinikum am Michelsberg unter der Leitung von Chefärztin Frau Dr. Daiber eröffnet.

Ein grundlegender Vorteil der Tagesklinik ist die Tatsache, dass die Patienten nach der Behandlung am Nachmittag nach Hause zurückkehren und weiterhin ein geregelter Alltag besteht. Dadurch können Gefahren eines Akutaufenthaltes –wie nächtliche Verwirrtheit oder Stürze durch ungewohnte Umgebung – vermieden werden.

Tagesklinik oder Tagespflege- wo ist der Unterschied?

Die Tagespflege kümmert sich langfristig um die Patienten und unterstützt die Angehörigen pflegerisch und bietet durch Gedächtnistraining und Gymnastik sowie Gruppenaktivitäten eine Aktivierung der Patienten zum Erhalt von vorhandenen Ressourcen an. Die Tagesklinik gehört zum Krankenhaus und hat ihren Schwerpunkt in der medizinischen Diagnostik und Therapie. Der Aufenthalt ist zeitlich auf ca 15 Tage begrenzt und eine Einweisungsdiagnose ist erforderlich.

Geriatrische Tagesklinik – für wen ist sie da?

Die TK ist für Patienten über 65 Jahre mit mehreren Erkankungen gedacht. Sie kann die Hausärzte unterstützen, wenn eine umfangreiche Diagnostik erforderlich ist, die ambulant bei älteren Patienten nicht einfach zu organisieren ist und gleichzeitig auch Trainingsmassnahmen die Mobilität der Patienten verbessern sollen. Auch wenn einem selbst oder einem Angehörigen eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, z.B. Gewichtsverlust, Blutdruckprobleme, Blutzuckerentgleisung, andauernden Schmerzen, Depressionen oder Gedächtnisverlust auffallen, ist die Tagesklinik dafür geeignet, eine umfassende Diagnostik und anschließende Therapie durchzuführen. Sie ist auch eine gute Möglichkeit der Diagnostik und Therapie für demente Patienten, da diese in besonderer Weise auf gewohnte Umgebung - vor allem nachts - sowie auf die Betreuung durch vertraute Angehörige angewiesen sind.

Geriatrische Tagesklinik – was wird gemacht?

Bei der Aufnahme erfolgt einer gründlichen akutmedizinisch Untersuchung durch erfahrene Altersmediziner.
Therapeutisch wird ein umfassendes Programm mit individuellem Schwerpunkt angeboten.
Zwei Physiotherapeutinnen kümmern sich um die krankengymnastische Einzel- und Gruppenbehandlung, darunter fällt Gangschule, Balancetraining und Sturzprophylaxe. Ein Masseur löst Verspannungen durch Massage und bietet Lymphdrainage an. Eine Ergotherapeutin führt Gedächtnistraining und Alltagstraining an. Eine Psychologin untersucht die Befindlichkeit und führt psychologische Testungen durch. Bei Sprach- und Schluckproblemen findet eine gezielte logopädische Behandlung statt. Der Sozialdienst informiert über Hilfsangebote zu hause, z.B. Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst und leitet die dafür notwendigen Schritte ein.
Fünf Krankenschwestern sind die Manager durch den Tagesklinikaufenthalt, sie sind für die Pflege zuständig, z.B. Wundbehandlung, Medikamentenversorgung und bieten eine intensive Betreuung an, insbesondere bei Demenz.

Durch die Rückmeldung der Angehörigen ist zusätzlich zur Beobachtung durch das therapeutische Team der Effekt der Therapie insbesondere an den Wochenenden gut einschätzbar. Die Behandlungsdauer beträgt ca. fünfzehn Tage. Zum Erleichterung des Rückkehr in den Alltag ist eine Intervallbehandlung (z.B. 2x pro Woche) gegen Ende des Aufenthaltes möglich. Die bisher erzielten positiven Resultate der Patienten sind ermutigend.

Geriatrische Tagesklinik – wie komme ich dahin?

Bei Interesse wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, dieser hält Rücksprache mit dem Team der geriatrischen Tagesklinik und weist Sie ein.
Ganz alltagspraktisch wird der Patient/ die Patientin wochentags morgens gegen acht Uhr vom Fahrdienst abgeholt und am Nachmittag nach Hause gebracht.
Es werden jeden ersten Freitag im Monat um 15 Uhr Führungen in der geriatrischen Tagesklinik angeboten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Für weitere Fragen steht Ihnen die Pflegeleitung, Frau Derra, zur Verfügung.

Dr. med. Susanne Daiber,
Geriatrische Tagesklinik, Klinikum am Michelsberg, St. Getreustrasse 18, 96049 Bamberg

Tagesklinik-geriatriesozialstiftung-bamberg.de

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