Pflege

Bildquelle: pixelio; Fotograf: Gerd Altmann (geralt)

Das Thema Pflege muss nicht erst mit dem Alter kommen – durch eine plötzlich auftretende schwere Erkrankung oder einen Unfall können auch jüngere Menschen mit einer Pflegesituation konfrontiert werden. Für viele ist es ungewohnt und belastend, mit einem Mal bei der Alltagsbewältigung auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen zu sein. Aber nicht nur der Betroffene selber leidet unter der Situation. Auch die mit der Pflegesituation konfrontierten Familienmitglieder sehen sich einer kaum zu bewältigenden Herausforderung sowie massiven körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt.

Nicht selten zeigen sich pflegebedürftige Menschen ihren Angehörigen von einer bis dahin vollkommen unbekannten Seite. Die eigene Unselbständigkeit und die damit einhergehende Abhängigkeit löst bei vielen Aggressionen oder depressive Verstimmungen aus. Der Betroffene reagiert plötzlich übermäßig empfindlich und ist trotz Bemühens der pflegenden Angehörigen permanent unzufrieden. Die negativen Verstimmungen und auftretenden Spannungen können zu einer großen psychischen Belastung für den Pflegenden werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Pflegesituation häufig kaum noch Raum für eigene Bedürfnisse und einen entsprechenden Ausgleich lässt. Je länger die Pflegesituation anhält, umso ausgebrannter und erschöpfter fühlen sich somit auch die Pflegepersonen. Und umso schwerer fällt es ihnen, auf den Betroffenen verständnisvoll einzugehen. Konflikte und Kommunikationsprobleme sind damit vorprogrammiert.

Auch körperlich verlangt die Pflege den Pflegenden sehr viel ab und bringt sie schnell an ihre Belastungsgrenzen. Je nach Ausmaß der Pflegebedürftigkeit ist ein enormer körperlicher Einsatz erforderlich, um die pflegebedürftige Person so gut wie möglich zu unterstützen. Rückenschmerzen und Verspannungen sind deshalb häufige und sehr unangenehme Begleiterscheinungen des Pflegeeinsatzes. Um Langzeitschäden zu vermeiden, sollte die Pflegeperson regelmäßig ihre Rückenmuskulatur durch Sport stärken und dadurch den Rücken entlasten.

Wichtig ist darauf zu achten, sich frühzeitig Hilfe und Entlastung zu suchen. Falls die Familie oder Freunde diese Unterstützung nicht leisten können, sollten in jedem Fall mobile Pflegedienste in Anspruch genommen werden. Da Pflege viel Kraft kostet, ist es zudem wichtig, dass der Pflegende nicht auf seinen wohlverdienten Urlaub verzichtet. Hier besteht die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen für eine kurze Zeit in ein Pflegeheim geben. Viele Heime bieten inzwischen Tagespflege- und Kurzzeitpflegeplätze an, um pflegende Angehörige zu entlasten.

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