"Philosphicum Bamberg" im vierten Jahr seines Bestehens

Seit im Jahre 2014 der erste Vortragsabend im Rahmen das "Philosophicum Bamberg" auf der Altenburg startete und seither durchschnittlich 6 x im Jahr (immer am zweiten Donnerstag in einem angekündigten Monat) stattfand, nahmen sich auch mehr und mehr Interessierte aus der Stadt und dem Umland Bamberg's die Zeit für diese Abend-Stunde der philosophierenden Nachdenklichkeit in diesen "postfaktischen" Zeiten und diskutierten anschließend gerne und lebhaft mit den Referenten.

Die Veranstaltung als solche hat es sich bei ihrer Gründung vor vier Jahren vorgenommen, den Anwesenden die Freude, ja : das Vergügen an der "Liebe zur Weisheit" schmackhaft zu machen - denn das ist ja der Sinn der Philo-Sophie nachgerade - und der eigenen Neugier danach großzügig Tür und Tor zu öffnen. Zwar war die Zeugung des Formates als solches in und für das Medizin-Studium an der Uni in Würzburg erfolgt und dort primär an Studierende der Medizin und allen Menschen gewidmet, die damit im weitesten Sinne ebenso beruflich verbunden waren, aber in Bamberg zeigte sich schon bald, dass auch nicht-medizinisch tätige Zuhörer die Abende geniessen wollten - und konnten.

Bei der diesjährigen ersten Veranstaltung am 09.03 2017 stand neben dem Rückblick auf "aller Guten Dinge sind drei" (Jahre) eine "streng logische" Erörterung der alltäglich verwendeten Begriffe "Wirklichkeit" und "Realität" seitens Herrn Dr. Richard Barabasch zur Diskussion, die tatsächlich nicht nur philosophisch, sondern auch im Duden - und in anderen Sprachen erst recht - streng definiert und diszipliniert denkend keinerlei identischen Inhalt haben. Denn "Realtät" adressiert ausschließlich in der Zeit manifestierte Fakten und "Wirklichkeit" primär deren Er-Wirkung, also nicht das Ende eines Geschehens, sondern dessen Beginn als Bewirkung eines Vorganges, der dann irgendwann einmal zum zeitlichen Faktum wird, wurde, geworden sein wird.

Vielleicht lag es gerade daran, dass diese Unterscheidung in philosophischer Hinsicht durchaus äusserst wichtig und nachgerade bedeutsam bei der Verwendung der Begrifflichkeiten in der deutschen Sprache ist, so dass hernach eine sehr engagierte Diskussion geführt wurde. In romanische Sprachen und im Englischen wird beides sehr wohl deutlich unterschieden.

Die nächste Veranstaltung in der Reihe "Philosophicum Bamberg" auf der Altenburg findet am Donnerstag den 11. Mai 2017, wie immer um 19:00 statt mit der Thematik :

"Erfahrung als Grundlage der Deutung unseres Daseins".

Der Referent dieses Abends wird wieder Prof. Heinrich Beck sein, der viele Jahre an der Universität Bamberg lehrte und international wegen seiner offenherzigen und unkomplizierten Redeweise immer als ein geschätzter Referent Beachtung findet und zudem als Bamberger dem hiesigen Philosophicum auf der Altenburg Nachdruck zu verleihen vermag


Bamberger Philosophicum auf der Altenburg

Die Praxis des Arztes ist konkrete Philosophie (Karl Jaspers)

Medizinisches Handeln beruht auf zwei Fundamenten: Einerseits naturwissenschaftlicher Erkenntnis und technischem Können, andererseits auf Humanität, Ethik und Philosophie. Ersteres wird an der medizinischen Fakultät gelehrt, letzteres kommt in Klinik und Praxis oft zu kurz. Aus diesem Grund wünschen sich viele Ärzte, aber auch medizinisches Fachpersonal, wie Gesundheits- und Krankenpfleger, Physiotherapeuten und Interessierte, gerade in Anbetracht unseres hochtechnisierten Krankenhausalltags, eine eigene Veranstaltung, die sich philosophischen Fragestellungen widmet: ein Philosophicum. Aus diesem Grund wird seit Januar 2013 ein Philosophicum in Bamberg angeboten.

Es existiert das Vorurteil gegenüber der Philosophie, dass sie zu kompliziert und Sache der Fachleute, außerdem zu langweilig sei. Genau dieses möchte das Bamberger Philosophicum auf der Altenburg ausräumen. Inhalte dieser regelmäßig in den einmalig schönen und historischen Räumen des Pallasgebäudes stattfindenden Veranstaltungsreihe, die von unterschiedlichen Referenten zumeist aus Medizin und Philosophie gehalten wird, sind eine allgemeine Einführung in die Philosophie, aber auch neuere Erkenntnisse in ihren verschiedenen Teilgebieten unter besonderer Berücksichtigung der Ethik in der täglichen ärztlichen und medizinischen Praxis.

Es geht darum, dass Sie als Interessierte(r) in Erweiterung Ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihres Studiums oder ihrer Interessen Philosophie kennenlernen und motiviert werden, über die Welt und die Menschen systematisch nachzudenken. Dann kann die Philosophie ein geistiges Abenteuer für Sie werden. Außerdem dient die Veranstaltung dazu, eine bereichernde Diskussionskultur gleichermaßen in der Medizin und Philosophie zu fördern.

Das Philosophicum steht Ärzten, Studenten, medizinischem Fachpersonal und ausdrücklich auch allen Interessierten offen. Sie sind herzlich eingeladen!

Sehr herzlich bedanken wir uns beim Altenburgverein und bei Herrn Sitzmann für die freundliche Unterstützung und die Verfügungstellung der wunderbaren Räumlichkeiten für unsere Veranstaltungen.

Priv.-Doz. Dr. med. T. Bohrer, Frau B. Heinz, Herr Dr. med. R. Barabasch, Frau D. Ahlers, Frau Christiana Schmidt

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